Mitarbeitersuche auf LinkedIn: Die Todsünden, die Arbeitgeber begehen [2022 Studie]

Mitarbeitersuche auf LinkedIn: Die Todsünden, die Arbeitgeber begehen

LinkedIn ist ganz ohne Zweifel der Ort schlechthin, um frische und talentierte Bewerber zu finden.

Das Problem?

Der Markt für Arbeitssuchende im Jahr 2022. 

Die Arbeitslosenrate ist relativ niedrig und es gibt derzeit mehr als 15 Mio. Jobangebote auf LinkedIn. Das bedeutet, Kandidaten können unter Umständen sehr wählerisch sein.

Also—

Wir bei Passport-Photo.Online haben ~1,000 Berufstätige befragt und dabei die schlimmsten Fehler von Arbeitgebern enthüllt, die diese während dem Bewerbungsprozess auf LinkedIn begehen können. Unser Ziel war es, die Unternehmen so bei der Neuausrichtung ihrer Einstellungsverfahrens zu unterstützen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Mitarbeitersuche auf LinkedIn: Die Todsünden, die Arbeitgeber begehen (wichtigsten Erkenntnisse)
  • Die meisten Berufstätigen (79 %) empfinden es als positiv oder sehr positiv, wenn sie von Arbeitgebern auf LinkedIn bezüglich einer Jobmöglichkeit kontaktiert werden.
  • Ganze 62 % der Bewerber haben eine negative oder sehr negative Einstellung gegenüber Unternehmen, die sie auf LinkedIn „ghosten“. 63 % geben an, dass sie sich in Zukunft wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich nicht bei Arbeitgebern bewerben, die sie „ghosten“.
  • Etwa 95 % der Arbeitssuchenden wünschen sich, dass Arbeitgeber in Stellenanzeigen auf LinkedIn eine Gehaltsspanne angeben.
  • Etwa 69 % ignorieren wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich Stellenausschreibungen auf LinkedIn, die geschlechter- oder altersspezifische Formulierungen enthalten.
  • 64 % der Arbeitssuchenden empfinden es als lästig, wenn sie nach der Übermittlung eines Lebenslaufs über LinkedIn aufgefordert werden, manuell ein separates Bewerbungsformular auszufüllen.

Mitarbeitersuche und Kommunikation

Mitarbeitersuche und Kommunikation bei LinkedIn

Nicken Sie, wenn Ihnen das bekannt vorkommt:

Sie durchstöbern LinkedIn auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter, der Ihr Unternehmen auf das nächste Level bringen wird. 

Dann, endlich, stoßen Sie auf den Kandidaten Ihrer Träume.

Laut seines LinkedIn-Profils ist die Person qualifiziert, bringt Erfahrung mit und wird vermutlich für drei arbeiten.

So—

Sie entscheiden sich dazu, eine Nachricht zu schreiben, um in Erfahrung zu bringen, ob er oder sie für den Job zu haben ist. Und das ist kluger Schachzug, denn laut der Umfrage empfinden es 79% der Arbeitstätigen als positiv oder sehr positiv, wenn sich Arbeitgeber über LinkedIn mit ihnen aufgrund einer Stellenanzeige in Kontakt setzen.

Fünf Tage später aber ist ihr Postfach noch immer leer. Grillen zirpen.

Aber warum?

Genau das wollten wir mit ein wenig Nachforschung herausfinden. Wir haben für Sie die sieben Hauptgründe in Erfahrung gebracht, weshalb Berufstätige auf LinkedIn Nachrichten von potenziellen Arbeitgebern, die auf Mitarbeitersuche sind, ignorieren:

  • Die Nachricht ist zu allgemein gehalten (ein Standardtext nach dem Muster „Ich biete Ihnen den tollsten Job, den Sie bestimmt lieben werden“): 58%
  • Die Stellenanzeige entspricht nicht dem Kenntnisstand, den Fähigkeiten oder dem beruflichen Werdegang des Bewerbers: 57%
  • Das Unternehmen hat eine geringe LinkedIn-Präsenz (z. B. ist es schwierig, ausreichend Informationen über das Unternehmen, seine Produkte oder Dienstleistungen sowie zu seiner Unternehmenskultur oder Bewertungen zu finden): 55%
  • Der Arbeitgeber verwendet zu viele Buzzwords oder Firmenjargon: 52%
  • Die Nachricht enthält grammatikalische Fehler: 51%
  • Der Arbeitgeber spricht den Bewerber mit dem falschen Namen an: 28%
  • Das Unternehmen wirkt respektlos oder zu aufdringlich: 26%

Anschließend haben wir die Teilnehmer der Umfrage gefragt, wie viele Folgeanfragen sie von Arbeitgebern auf LinkedIn maximal hinnehmen würden. 

Das waren die Ergebnisse:

  • Zwei: 39%
  • Eine: 25%
  • Drei: 17%
  • Vier: 16%
  • Keine: 4%

Zum Schluss wollten wir wissen, wie Arbeitsuchende zu Arbeitgebern stehen, die diese auf LinkedIn “ghosten” (also plötzlich verschwinden oder aufhören Nachrichten zu beantworten).

Leider ist dies keine Seltenheit. Ganze 73 % der Arbeitgeber gaben in einer aktuellen LinkedIn-Studie zu, dass sie im letzten Jahr mindestens einen Bewerber geghostet haben.

Unsere eigenen Untersuchungen haben ergeben, dass 62 % der Stellenbewerber eine negative oder sehr negative Einstellung gegenüber Unternehmen haben, die sie auf LinkedIn „ghosten“. Noch interessanter ist jedoch, dass 63 % der Befragten angaben, dass sie sich in Zukunft wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich nicht mehr bei Arbeitgebern bewerben werden, die sie in der Vergangenheit bereits geghostet haben.

So—

Merkt euch das Arbeitgeber!

Ähnliche Artikel:

Die Todsünden der Stellenbeschreibungen auf LinkedIn

die Todsünden der Stellenbeschreibungen auf LinkedIn

Eine aussagekräftige Stellenbeschreibung ist lebenswichtig.

Die meisten Bewerber sehen sich eine Stellenanzeige durchschnittlich 49,7 Sekunden lang an, bevor sie weiterklicken. Wenn Sie es nicht schaffen, in dieser kurzen ihre Aufmerksamkeit zu erregen, verlieren Sie vermutlich einen großen Teil der potenziellen Kandidaten.

Aus diesem Grund haben wir Bewerber gefragt, welche Angaben Arbeitgeber auf LinkedIn machen müssen, um Ihre Ausschreibung attraktiv zu gestalten. Dies sind die Ergebnisse:

  • Stellenbezeichnung: 69%
  • Standort: 62%
  • Zusammenfassung der Arbeitsstelle (sprich: knappe Information darüber, was das Unternehmen macht und welche Rolle erfüllt werden soll): 61%
  • Art der Anstellung (Home-Office, vor Ort, Mischform): 58%
  • Vorteile: 58%
  • Hauptaufgaben: 54%
  • Notwendige Qualifikation und Erfahrung: 53%
  • Extras/Nebenleistungen: 42%
  • Unternehmenswerte und -kultur: 28%
  • Ausführlicher Bewerbungsprozess: 13%

Also—

Als wir von den Teilnehmern der Umfrage wissen wollten, ob sie der Meinung sind, dass Arbeitgeber eine Gehaltsspanne in er Stellenbeschreibung angeben sollten, antworteten 95 % von ihnen mit “Ja”. Aber da ist noch nicht alles. Ganze 69 % der Arbeitssuchenden gaben an, dass sie wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich eine Stellenausschreibung auf LinkedIn ignorieren, wenn dort keine Informationen zum Gehalt gegeben werden.

Das macht Sinn.

Zum einen trägt es zur Gehaltstransparenz bei und stellt sicher, dass verschiedene Arbeitnehmer für dieselbe Leistung gleich bezahlt werden. Und zum anderen werden so Bewerber aussortiert, die für Ihre Gehaltsvorstellungen nicht arbeiten möchten. Laut SHRM-Daten aus dem Jahr 2021 enthalten leider nur 12 % der Stellenanzeigen Angaben zum Gehalt.

Nachdem wir uns die Ergebnisse der Umfrage einmal genauer angesehen haben, wollten wir wissen, was Kandidaten von Unternehmen denken, die bei der Mitarbeitersuche auf LinkedIn Begriffe wie “Superstar”, “Jedi”, oder “Rockstar” in den Job-Titeln verwenden. Wörter wie diese sollen jüngere Bewerber dazu bringen, anders über die Stelle zu denken und das formale Image des Unternehmens auflockern. Dieses Vorgehen ist keine Seltenheit mehr, da Arbeitgeber so versuchen, Millennials und Gen Zs auf sich aufmerksam zu machen.

Das sind die Ergebnisse:

  • Positiv: 48%
  • Neutral: 22%
  • Sehr positiv: 16%
  • Negativ: 9%
  • Sehr negativ: 6%

Allgemein gesprochen kommt ein ansprechender Job-Titel bei den meisten Altersgruppen gut an. Insbesondere Bewerber, die jünger als 25 und zwischen 26 und 38 Jahren alt sind, reagieren positiv auf derartige Begriffe. 67 % bzw. 68 % (gegenüber 64 %) haben eine positive oder sehr positive Einstellung zu Titeln wie diesen. 

Zum Schluss wollten wir noch wissen, wie Bewerber auf Unternehmen reagieren, die in ihren Stellenanzeigen eine gender- oder altersspezifische Sprache anwenden. Beides stellen wichtige Aspekte dar.

Wörter wie “energisch”, “online-bewandert“ oder „frischer Hochschulabsolvent“ können, ohne negative Absichten zu verfolgen, ältere Kandidaten davon abhalten, eine Bewerbung abzugeben. Ebenso können genderspezifische Wörter wie “durchsetzungsfähig” oder “Herausforderung” als zu männlich interpretiert werden und weibliche Bewerber abschrecken.

So denken Bewerber über die alters- oder genderspezifische Sprache in Stellenausschreibungen bei LinkedIn:

  • Negativ: 47%
  • Neutral: 20%
  • Sehr negativ: 15%
  • Positiv: 9%
  • Sehr positiv: 10%

Außerdem gaben 69 % der Befragten an, dass sie wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich eine Stellenausschreibung auf LinkedIn ignorieren, wenn in dieser gender- oder altersspezifische Wörter verwendet werden.

Aus diesem Grund kann es für Arbeitgeber hilfreich sein, sich die moderne Technologie zunutze zu machen und gender- sowie altersspezifische Begriffe zu finden, die auf den ersten Blick nicht als solche wirken. So können Sie passende Alternativen finden, die Ihre Stellenbeschreibungen ansprechender und eindeutiger machen.

Das erwarten Kandidaten beim Bewerbungsprozess

das erwarten Kandidaten beim Bewerbungsprozess

Seien wir mal ehrlich:

Meistens müssen Kandidaten während dem Bewerbungsprozess verschiedene Hürden überwinden. 

Zuerst verbringt man eine oder zwei gute Stunden damit, eine angemessen Bewerbung zu verfassen, nur um dann zu hoffen, dass diese nicht von einer “Bewerber-Software” direkt in den Papierkorb verbannt wird.

Und dann verlangen einige Arbeitgeber noch, dass man ein zweites Bewerbungsformular ausfüllt, nachdem man bereits seinen Lebenslauf über LinkedIn eingereicht hat. In unserer Umfrage stellte sich heraus, dass 64 % der Bewerber dies als nervend empfinden.

Es ist dementsprechend keine Überraschung, dass 60 % der Bewerber den Bewerbungsvorgang abbrechen, weil er zu lang oder zu komplex ist. Aus diesem Grund sollten es Arbeitgeber ihren Kandidaten einfacher machen und die Dauer für den Bewerbungsprozess unter 15 Minuten halten.

Außerdem müssen viele Kandidaten, nachdem der Lebenslauf eingereicht wurde, eine Art Interview absolvieren. Diese Meinung haben unsere Befragten darüber:

  • es ist ziemlich nervig: 34%
  • neutral: 31%
  • es ist etwas nervig : 15%
  • es ist sehr nervig: 14%
  • es ist überhaupt nicht nervig: 6%

Wie Sie sehen können, sind die meisten Kandidaten nicht begeistert, wenn Sie eine derartige Aufgabe erfüllen müssen. 

Nichtsdestotrotz sind Aufgaben wie diese ein wichtiger Teil des Auswahlverfahrens, da sie dem Arbeitgeber helfen festzustellen, ob die Fähigkeiten und Erfahrungen eines Bewerbers mit den Anforderungen der Stelle übereinstimmen. Um ihren Bewerbern entgegen zu kommen, könnten Unternehmen jedoch eine gewisse finanzielle Entschädigung anbieten, insbesondere dann, wenn der Bewerbungsprozess sehr zeitaufwendig gestaltet wird.

Vorgehensweise

Im April 2022 haben wir eine Online-Umfrage anhand 991 Probanden durchgeführt. Die Studienergebnisse wurden aus verschiedenen Schritten der Nachforschung, Crowdsourcing und Umfragen erstellt.  Alle Antworten der Umfrageteilnehmer wurden von Experten aus der Datenverarbeitung kontrolliert, um deren Qualität zu gewährleisten. ​​Die Umfrage enthielt eine Frage zur Überprüfung der Aufmerksamkeit.

Fair Use Statement

Hat Ihnen unsere Studie dabei geholfen, mehr über die Fehler zu lernen, die auf LinkedIn begangen werden? Wenn Sie denken, dass unsere Ergebnisse interessant für Ihre Zielgruppe sein könnte, dürfen Sie diese Studie gerne teilen. Vergessen Sie dabei aber bitte nicht, uns als Quelle zu nennen und den Artikel zu verlinken.

Sources

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.